Seit Juni 2011 ist Henni Pate des Erbacher Jugend-
integrationsprojektes "Fußball und Musik".

Comedian und Integration? Was fällt dir dazu ein?

Henni: Natürlich unser geschätzter Kollege Bülent Ceylan sowie z.B. Kaya Yanar oder auch Mund-
stuhl mit ihren Dragan und Alder-Sketchen. Das hat tatsächlich mitunter mehr Integrationseffekte mit sich gebracht als viele "ernstere" Versuche!

Integration, Rassismus und Diskriminierung - hast du diese Themen schon einmal in einer deiner Shows aufgegriffen?

Henni: Ja, auch wir haben schon früh ausländische Mitbürger in unsere Sachen mit eingebaut, uns außerdem auch immer wieder mit rassistischen Vorurteilen beschäftigt. Wenn man einen Rassisten authentisch darstellt, ist das automatisch ein Beitrag zu diesem Thema!

Das Thema Integration wird vielfältig diskutiert, oft ohne Ergebnis zerredet. Wie soll Integration deiner Meinung nach gelebt werden?

Henni: Es mag klischeemäßig klingen, aber ich denke, dass das im Alltag passieren muss. Es gibt so viele Berührungsmomente mit Menschen anderer Nationen und nichts ist besser, als aufeinander zuzugehen und in irgendeiner Form den Kontakt bzw. den Austausch zu suchen. Ob beim türkischen Schneider, beim italienischen Gemüsehändler etc.. Da lernt man mehr also irgendwo anders. Ich habe mal ein Auto in eine Werkstatt gebracht, in der ein Pakistani, ein Inder und ein Italiener gearbeitet haben. Und alle drei haben mir erklärt, was zu machen sei. Gleichzeitig! Seit diesem Tag spreche ich alle drei Sprachen fließend. Ein schöner Nebeneffekt!

Wenn du Bundeskanzlerin wärst, was würdest du tun?

Henni: Ich müsste mir vor allem neue Klamotten besorgen!

Fußball, Musik und Integration sind Schwerpunkte des Erbacher Projektes. Wie passt das zusammen?

Henni: Das beantworten die ersten beiden Begriffe schon an sich. Keine Sportart begeistert weltweit mehr Menschen als Fußball und fast nichts kann Menschen mehr emotional zueinander führen als Musik. Musik ist eine Art überirdische Sprache... und deswegen sehr viel stärker als Gelaber!

Warum engagierst du dich bei diesem Projekt und wie bzw. in welcher Form?

Henni: Weil es ein gutes, intelligentes und nutz-
volles Projekt ist! Ich unterstütze es mit meinem Namen und der Bereitschaft, es möglichst vielen Leuten näher zu bringen. So lesen z.B. sehr viele Leute unseren Newsletter, also werden wir nach den Ferien so Werbung für Euer Projekt machen!

Oka Nikolov ist seit drei Jahren Pate des Projektes. Dich als alter Eintrachtfan dürfte das freuen, oder?

Henni: Absolut! Ich bin immer Fan von ihm gewesen und habe ihn bei den wenigen Begegnungen als ausgesprochen sympathischen Menschen kennen gelernt!

Was bedeutet es für dich, dich in der Jugendarbeit zu engagieren? Gibt es eine Botschaft, die du in die Welt tragen möchtest?

Henni: Um Gottes Willen... ich bin kein Prediger... ich bin Komiker. Aber wenn es Projekte wie eures schaffen, den Verstand von Leuten in die richtige Richtung anzuschubsen, dann ist das schon Botschaft genug!

Welchen Stellenwert hat Fußball in deinem Leben?

Henni: Fußball ist für mich so eine Art Erholungs-
urlaub für meinen Kopf! Fußball lenkt mich ab, wenn ich abgespannt oder gestresst bin, er unterhält mich und... im besten Fall... begeistert er mich. Trotzdem nehme ich Fußball nicht ernster als er das meiner Ansicht nach verdient hat. In diesem Zusammenhang stört mich auch, dass sich viele, die im Profifußball tätig sind, unglaublich überschätzen und unangemessen wichtig nehmen. Wenn man solche Leute z.B. mal mit Wissenschaftlern vergleicht, die ihr Leben lang versuchen, ein lebensrettendes Medikament o.ä. zu erschaffen, ohne dabei medienwirksam in jedes Mikro zu schwallen, kann man schon ab und zu ins Grübeln kommen...

Henni. Du bist Trainer. Anthony Sabini ist der teuerste Neueinkauf. Welche Position spielt er bei dir?

Henni: Vorne nei...!

Auch der Lambada hat zur Völkerverständigung beigetragen. Wird es in Zukunft was Neues geben, made by Henni Nachtsheim?

Henni: Ja, es gibt jetzt schon neue Projekte an denen wir arbeiten. Aber drüber reden sollte man erst, wenn sie auch spruchreif sind!

Und wie bist du mit dem Abstieg der Eintracht zurecht gekommen?

Henni: Ganz einfach. Ich bin eine Woche nach dem letzten Spieltag Mitglied geworden. So kann ich am besten ausdrücken, dass ich zwar nicht unbedingt an alle Spieler, wohl aber an den Verein glaube und auch zu ihm stehe.

Henni, danke für das Interview.


fakt-in-deutschland.de - Pressedienst Erbach - 08.08.2011