| Henni Nachtsheim ist wieder als Sänger auf Tour – mit
Band, aber ohne seinen Badesalz-Kollegen Gerd Knebel.
Tobias Farnung hat ihn in Rödermark besucht und zum
aktuellen Album "Es wird Zeiten geben" befragt.
Wie kamst du denn dazu, nach so vielen Jahren Comedy wieder zur Musik zurückzukehren? Henni: Viele wissen ja überhaupt nicht, dass ich ursprünglich aus der Musik komme. Ich bin einfach Musiker, das steckt in mir drin. Und jetzt habe ich endlich mal die Zeit gefunden, das zu tun, was ich schon ewig machen wollte – nämlich mit guten Musikern Songs aufnehmen und ein eigenes Album herauszubringen. Wichtig war mir, dass die Texte zwar nicht megaernst daher kommen, es aber insgesamt nicht zu comedymäßig wird. Meinst du nicht, dass dir so ganz ohne Gerd Knebel etwas fehlen wird? Henni: Es ist immer etwas ungewohnt, wenn man mal ein kreatives Projekt ohne seinen ständigen Partner macht. Aber ich habe ja auch in der Band viele tolle Leute um mich herum. Fehlen würde mir etwas, wenn ich ganz alleine auf der Bühne stehen würde. Aber es ist ja auch nicht so, dass ich über einen riesigen Zeitraum ohne Gerd agiere. Wir sehen uns regelmäßig, telefonieren zusammen, arbeiten auch schon gemeinsam an neuen Projekten. Gerd ist ja in meinem Leben drin. Es ist jetzt einfach mal ein anderes Projekt und das mache ich jetzt halt mal alleine. Wie kommt man auf einen Titel wie "Kauf kein Brot bei beleidigten Bäckerfrau'n"? Henni: Das ist ein autobiographischer Titel. Gerd und ich hatten ein wichtiges Treffen, es waren irre viele Leute da, ich wollte auch eine riesige Tüte Brötchen holen und in der Bäckerei waren zwei Verkäuferinnen: die eine war gut, die andere war schlecht drauf. Da hab ich halt gedacht, wenn die so scheiße drauf ist und mit ihren Frustfingern die Brötchen anpackt, dann nehme ich deren schlechte Laune mit nach Hause... So darf der Tag nicht beginnen. Also habe ich mich in die längere Schlange bei der gutgelaunten Verkäuferin gestellt. Und beim Warten kam mir die Idee für diesen Titel. Was können die Leute in Fulda denn von deinem Programm erwarten? Henni: Ich glaube, meine Musik befindet sich irgendwo im Bereich Rock-Pop. Ich mache mir da keine exakten Gedanken. Es gibt Leute, die sagen, die Stücke würden gute Laune machen, das find ich eigentlich wichtiger als die Stilistik. Die Texte sind alle deutsch, die nicht so ganz ernst sind. Aber sie sind auch nicht so, dass ich sagen könnte, es ist ein Comedy-Rock-Album. Es soll jedenfalls ein sehr munterer, unterhaltsamer Abend werden mit vielen Geschichten zu den Stücken. Die Band ist großartig und ich habe eine tolle Sängerin an meiner Seite. Aber trotz Solotour wird es mit Badesalz doch noch weitergehen? Henni: Ja, auf jeden Fall. Badesalz ist das Haupt- Du warst ja schon öfters mal in Fulda. Hast du besondere Eindrücke oder Erinnerungen von der Stadt? Henni: Neben den Erinnerungen an die Auftritte habe ich eine besonders schöne an die Umgebung. Als wir "Hammersbald" gespielt haben, haben wir uns vier Tage in ein ganz kleines Hotel in der Rhön zurückgezogen. Dort haben wir den ganzen Tag geprobt, teilweise auch bei langen Spaziergängen. Die Gegend ist super dort. Abends sind wir auch mal in irgendwelche Dörfer, und saßen da ganz alleine in irgendwelchen Gaststätten. Und weil da nix war, haben wir uns dann meistens mit meinem Laptop in den dunklen Frühstücksraum gesetzt und DVDs von Mr. Bean geschaut. Das war wie Trainingslager und ich muss sagen, wir sind so gut vorbereitet wie noch nie in die Premiere gegangen.fdate.de - Tobias Farnung - 16.04.2006 |