| Henni Nachtsheim ist Musiker und seit 28 Jahren die bessere Hälfte des Comedy-Duos "Badesalz". Er stellte sich den Fragen von Sina Tultschinetski. Hat sich etwas verändert bei Badesalz in all den Jahren, oder ist es noch so wie früher? Henni: Wir haben am Anfang Nummernprogramme gespielt, bis es sich erschöpft hatte. Dann haben wir ein Zwei-Personen-Stück geschrieben. Die Leute fanden’s gut, und das hat uns Mut gemacht. Unser aktuelles Programm ist auch ein Theaterstück, in dem wir feste Rollen haben. Sind Mario Barth und Co. nicht doch eine Konkurrenz für euch? Henni: Ich kann ja nicht sagen, wir seien niveauvoller, auch wenn es stimmt. Wir würden nicht noch ein Programm machen über Männer und Frauen, denn das ist tatsächlich durch Mario Barth abgegessen. Das langweilt uns halt. Aber ihr kämpft um dieselbe Zielgruppe oder nicht? Henni: Wir hatten jetzt über ein paar Jahre bei Comedy Central eine Serie, die lief da drei Jahre lang, immer und immer wieder. Meine Tochter ist 16 – das haben die geguckt. Und dann passieren auf einmal so Dinge wie, dass ich in Darmstadt einkaufen gehe und da kommt ein Mädchen, und sagt: "Ja, Sie sind doch der Henni von Badesalz. Ich kannte das gar nicht, ich dachte das wäre der Humor meiner Eltern, aber da habe ich Sie auf Comedy Central gesehen und das hat mir total gut gefallen und jetzt hat die ganze Clique sich Karten für Ihre Show gekauft." Wir kommen an von 8 bis 80. Hast du deinen Traum gelebt? Henni: Ja. Ich wollte möglichst ohne Chef arbeiten. Der Gerd und ich, wir sind gegenseitig Chefs, aber auf eine freundschaftliche Art. Wir schreiben unsere Sachen selbst und man akzeptiert, wie wir denken und wie wir kreativ arbeiten. Es gibt Interesse an uns auch als Einzelpersonen, was die Soloprogramme angeht und auch als Autoren. Gibt es denn noch einen großen Lebenstraum, den du dir noch nicht erfüllt hast? Henni: Ich würde mir wünschen und es wäre mein großer Traum, dass wir Badesalz oder überhaupt unsere ganze Arbeit ehrenhaft weitermachen können mit genügend guten Ideen. Und wenn wir irgendwann aufhören sollten, würde ich mir wünschen, dass man das sehr ehrenvoll zu Ende bringt. Ein Traum von mir wäre mal, dass ich ein eigenes Theaterstück schreibe bei dem ich Regie führe. Das wäre noch so ein Wunsch von mir. Gibt es schon konkrete Pläne? Henni: Ich habe mal vor Jahren ein Theaterstück angefangen, die ersten beiden Akte geschrieben und habe das nie wieder aufgegriffen. Ich müsste da jetzt erstmal reingucken, ob mir das noch gefällt. Hast du ein Patentrezept für Glück? Henni: Ein Freund hat ’ne Oma, und die hat’s mir mal definiert: "Glück ist, wenn im Winter die Heizung ausgefallen ist im ganzen Haus, aber man so viel Erbsensuppe gegessen hat, dass man mit den Blähungen die ganze Bude heizen kann." fnp.de - Sina Tultschinetski - 02.10.2010 |