Im "Comedy-Tower" stellt ihr eure Gäste auf harte Charakterproben. Welcher Senf darf es zur Wurst sein beispielsweise: der für Weicheier, Mainstream oder extra-scharf. Wie sieht das eigentlich bei euch aus?

Henni: Ich nehm Hardcore-Senf. Für die Sendung habe ich alle möglichen Senfsorten probiert, auch extra-extrascharf mit Extra-Peperoni. Und ich bin mit allen gut zurechtgekommen.

Gerd: Du hast ja auch ein degeneriertes Geschmacksorgan.

Henni: Stimmt, ich kann sogar mit Sagrotan nachspülen.

Welchen Senf gibst du dazu, Gerd?

Gerd: Gar keinen (verschluckt sich). Ich huste ja schon bei Kuchen!

Henni: Also mein Vorbild ist ja Nehberg.

Der mit dem Bart und den Spinnen?

Henni: Genau. Manchmal übernachte ich spaßes-
halber im Garten und esse einfach alles, was mir vor die Füße läuft.

Irgendwann im Laufe eurer neuen Comedy-Talk-
sendung landet euer Gast im Auto und verrät, welche Musik er dort hört.


Henni: Ja, das hat uns wirklich interessiert. Was hört zum Beispiel der Bully (Herbig) im Auto? Ich persönlich hör sehr gern Musik im Auto. Wir sind ja viel unter-
wegs, auch für unsere Solo-Projekte. Ich hör dann auch mal auf Gerd ... also auf seine Musikempfehlung.

Gerd: Ich hör eigentlich immer und überall viel Musik, natürlich auch im Auto, und lese drei bis vier Musik-
zeitschriften im Monat. Viel Indie- und Heavy-Zeug, auch mal interessante Songwriter.

Henni, revanchierst du dich für Gerds Musikempfehlungen?

Henni: Ja, mit Filmtipps. Ich bin der Filmfreak und freu mich wahnsinnig über gute Neuentdeckungen. Kennst du "Männer im Wasser"? Ein schön schräger dänischer Film, mit vielen kleinen Niederlagen.

Welche Musik geht gar nicht?

Henni: Grad hab ich mir "Best of Milow" gekauft, für neun Euro. Das ist das Langweiligste, was ich seit Jahren gehört habe!

Gerd: Den haben doch Radio-Moderatoren geklont. Aus alten Cat-Stevens-Fußnägeln!

Henni: Perfekt für Muttis beim Hemden-Bügeln ...

Gerd: … es gibt ja auch Bügeleisen, die keine Abschaltfunktion haben, so ist das bei dem auch!

Henni: Dixieland-Musik geht auch gar nicht. Das ist unser gemeinsamer Hass-Nenner.

Gerd: Da schläft mir das Gesicht ein.

Henni: Deswegen sind wir auch mal in einem unserer Sketche als Dixie-Jäger aufgetreten.

Gerd: Schlimm sind auch Pantomimen.

Henni: Und peruanische Musikgruppen mit Panflöte! Aber kennst du die "Amigos"? Das ist ein hessisches Schlager-Duo, mit denen hätten wir richtig gern was gemacht. Das kannste ruhig mal schreiben! Ich hab die angerufen und Mails geschickt. Aber die Amigos haben uns total abblitzen lassen und nicht mal geantwortet!

Gerd: Vielleicht haben die gedacht, wir wollen sie verarschen.

Henni: Wollen wir aber gar nicht. Es soll ein gemeinsamer Spaß sein, für alle. Ganz ehrlich!

An was habt ihr denn gedacht?

Henni: So ein Boygroup-Titel. Mehr verrat ich jetzt nicht, vielleicht klappt's ja noch.

Beim "Comedy-Tower" ladet ihr einen prominenten Gast ein – in den ersten Folgen "Bully" Herbig, Cordula Stratmann und Bülent Ceylan – und dazu noch jeweils einen Comedy-Neuling. Welche Tipps habt ihr für junge Kollegen?

Gerd: Es ist gut, bei sich zu bleiben. Mit 16 kann man eben noch nicht auf ein langes Sexualleben und so weiter zurückblicken. Gags in die Richtung sind dann nicht authentisch, und das merkt man. Aber mit Vermarktung kennen sich die Jungen super aus. Regelmäßiges Bedienen des Publikums auf allen Kanälen, zum Beispiel via YouTube, ist heute auch fast wichtiger als Qualität.

Wer oder was hat euch denn am Anfang eurer Karriere geholfen?

Henni: Zu unserer Zeit gab's keine ältere Szene hinter uns, anders als heute. Dadurch hatten wir keine Vorbilder und haben vieles erfunden.

Gerd: Wir haben immer schon viel Zeugs gemacht, haben gesungen, uns verkleidet. Diese breite Mischung aus Musik, Theater und allen möglichen Themen war gut.

Henni: Dass wir schon in bewährten Bands gespielt haben, Gerd bei "Flatsch" und ich bei den "Rodgau Monotones", hat auch geholfen. Das war so eine Art Beschleuniger.

Gerd: Heute gehen wir immer noch viel auf Konzerte, wissen über Jugendkultur Bescheid. Ich find's furcht-
bar, wenn man nur das alte Zeugs hört und noch nie was von Rapper Caspar oder Marteria gehört hat. Auch wenn's nicht vorrangig meine Musik ist ... man sollte schon mitbekommen, was gerade angesagt ist.

Henni: Des stimmt! Kennt ihr eigentlich de Udo Jürgens...?


hr-online.de - 21.10.2011