| Fast kann man sie als Urgesteine der deutschen Comedy-
Landschaft bezeichnen. Seit Mitte der Achtziger Jahre
sind Henni Nachtsheim und Gerd Knebel als "Badesalz"
unterwegs und begeistern ihre Fan-Gemeinde. Anlässlich
ihres Gastspiels im Lüdenscheider Kulturhaus mit ihrem
Comedy- Märchen "Das Baby mit dem Goldzahn" sprach Björn mit Comedian Henni Nachtsheim. Wie ist die Idee zustande gekommen, mit einem Comedy- Märchen mal eine ganz andere Art von Comedy zu machen? Henni: Wir haben eigentlich immer nach der Devise
gearbeitet, dass es hin und wieder Veränderungen geben
muss. Dies ist insgesamt unser siebtes Bühnenprogramm,
und seit 20 Jahren sind wir zu- Wo habt Ihr denn den singenden Luftballon im "Baby mit dem Goldzahn" gecastet? Henni: Bei Aldi! Die Idee, mit dem Luftballon Musik zu
machen, hatte der Gerd schon bei unserem ersten
Programm. Wir haben es bis jetzt aber nie unter- Auf die Standardfrage, wie Ihr Euch kennen gelernt habt, gebt Ihr immer ganz unterschiedliche Antworten. Henni: Klar, wir bieten immer viele Antworten an, damit sich die Leute was aussuchen können. Die richtige Geschichte ist halt die langweiligste. Der Gerd hat in der Band "Flatsch" gespielt und ich war Mitglied bei den "Rodgau Monotones", die unter anderem mit dem Hit "Die Hesse komme" bekannt geworden sind. Wir haben viele gemeinsame Konzerte gegeben und uns dabei angefreundet. Irgendwann haben wir uns getroffen und unser erstes Bühnenprogramm geschrieben. Zehn Tage vor der Premiere warfen wir dann alles über den Haufen und bastelten ein komplett neues Programm. Das wurde super angenommen, denn es gab damals praktisch keine Comedy. Ihr habt 1996 mit "Abuzze – Der Badesalz-Film" auch einen recht erfolgreichen Kinostreifen produziert. Hättet Ihr Lust, auch wieder in dieser Sparte zu arbeiten? Henni: Dazu haben wir große Lust. Wir sind gerade dabei, mit einem guten Freund in Dortmund, der auch Autor ist, ein Drehbuch zu entwickeln. Das ist aber ein langer Weg, denn das ganze kostet natürlich auch viel Geld. Außerdem ist unser Buch nicht so mainstreamig wie zum Beispiel "Traumschiff Surprise". Da muss man erst mal eine Firma finden, die drei oder vier Millionen investiert. Wir stehen derzeit mit der "Constantine" in Verhandlungen, haben aber auch noch andere Optionen, falls es mit der Großindustrie nicht klappt. Der Digitalkamerafilm "Halbe Treppe" beispielsweise ist sehr preiswert produziert, sieht aber toll aus. So etwas könnte ich mir für uns auch sehr gut vorstellen. Würde sich nicht auch "Das Baby mit dem Goldzahn" für einen Film anbieten? Henni: Das wäre für einen Trash-Film in der Art von "Blair Witch Projekt" nicht schlecht, darüber haben wir auch schon nachgedacht. Bei uns gibt es immer viele Konzepte und Ideen. Wir schauen mal, was sich anbietet. Ihr seid auch in dem ersten Sams-Film zu sehen. Wie ist es zu diesem Auftritt gekommen? Henni: Da fühlten wir uns sehr geehrt, denn der Autor
Paul Maar, der die Sams-Bücher geschrieben hat, ist
Badesalz-Fan! Der hat sich uns beide für die Rollen der
beiden Polizisten gewünscht. Ursprüng- Was macht Euch mehr Spaß: Bühne oder Film- und Fernseharbeit? Henni: Das klingt jetzt sicher wie ein billiges Klischee, aber die Mischung macht's. Wenn man lange auf der Bühne war, freut man sich wieder auf die Kamera und umgekehrt. Als nächstes gehen wir zum Beispiel ins Studio und synchronisieren die zweite Staffel der Trickfilmserie "Krawinkel und Eckstein". Darin geht es um einen Vogel und einen Hund. Die Episoden sind sehr schlicht gezeichnet, aber total charmant. Nachdem wir die erste Staffel synchronisiert hatten, kamen hunderte Briefe von Kindern. Da freuen wir uns total drauf.kino-mk.de - Björn Othlinghaus - 10.02.2005 |