| Henni Nachtsheim ist nach langer Zeit mal wieder als
Musiker unterwegs. Als Sänger. Als Komponist.
Als Songschreiber. Und zwar solo. Urlaub von Badesalz
mit Returnticket. Aber ganz ohne Situationskomik geht's
dann doch nicht. Weder in den Texten noch in einer
Begegnung mit Henni, der eigentlich Hendrik heißt, wie
Musician's Life Redakteurin Claudia Hötzen-
dorfer im nachstehenden Gespräch feststellte. Was gab den Ausschlag eine Soloplatte zu machen? Henni: Das werde ich oft gefragt und ich muss zugeben, die Antwort habe ich gar nicht so auf dem Schirm. Es ist nicht so gewesen, dass ich gedacht habe, ich müsste nach vielen Jahren Comedy auch mal wieder Musik machen. Genau wie mein Badesalz-Partner Gerd komme ich ja aus der Musik. Wir haben uns über die Konzerte unserer Bands damals kennen gelernt. Danach haben wir dann Badesalz gegründet. Ich habe eigentlich nur darauf gewartet bis ich endlich Zeit habe eine Platte zu machen. Davon träume ich schon seit über zehn Jahren. Endlich mit guten Leuten zusammen ein Soloalbum aufzunehmen. Endlich kann ich Stücke so spielen, wie ich es gern möchte. Der Zeitplan von Badesalz hat das leider erst jetzt zugelassen. Das heißt, die Badesalz-Fans müssen nicht traurig sein, ihr macht da parallel weiter? Henni: Ja. Wir haben eine Menge Pläne für 2006 und 2007. Aber dieses Soloding war einfach jetzt fällig. Gerd hat seine alte Band auch wieder aktiviert und die sind derzeit unterwegs. Der hat letztes Jahr seine eigene Scheibe gemacht. Es rockt gewaltig und es gibt einen gehörigen Schuss Wortwitz. Hat dich die Zeit mit Badesalz geprägt? Henni: Ich denke ja. Gerd und ich prägen aber auch Badesalz. Ich glaube, ich bin nicht so geeignet für die ganz ernsten Sachen. Selbst wenn ich mal eine Kurzgeschichte schreibe, dann blitzt der Witz mal durch. Ich kann einfach nicht anders erzählen. Wenn ich mal ein Buch für Erwachsene schreiben würde (ich war ja mal Kinderbuchautor) dann würde es sicher eher amüsant. Das ist mir irgendwie ein Bedürfnis. Näher kann ich das gar nicht erklären. Ich glaube, das bin einfach nur ich. Bei ein paar Songs schwingt unterschwellig Kritik mit. Aber nie mit erhobenem Zeigefinger. Zufall oder Absicht? Henni: Das sind schon Sachen, die mir ein Bedürfnis sind. Beispielsweise der Titelsong hat kontroverse Diskussionen ausgelöst. Die Leute haben mich gefragt, ob ich was gegen Günter Jauch hätte. Natürlich nicht. Aber der steht dafür, dass sich in der Medienlandschaft nicht viel bewegt. Es sind immer dieselben Gesichter, man traut sich nicht neuen Leuten mal eine Chance zu geben. Im Radio ist es so, dass immer bestimmte Songs nur laufen, weil man sich nicht traut unbekanntere Bands mit aufzu- bauen und zu spielen. Das war vor zwanzig Jahren noch anders. Wenn ich dann die Werbung von den Gottschalk- Brüdern und dem Jauch sehe, ist das wie der Super-GAU. Ich habe ja nix gegen die persönlich. Aber ich finde, man kann in einem Songtext ruhig mal offen fragen, wird das im Jahre 48615 immer noch so sein? Klar es ist etwas überzogen. Vielleicht würde ich das auch nicht Kritik nennen, sondern einfach meine Sichtweise auf Dinge, die mir nicht gefallen. Da ist ein Song ein schönes Ausdrucksmittel. Wo nimmst du die Ideen für die Songs her? Henni: Wenn ich Texte schreibe, habe ich immer schon die Musik dazu im Kopf. Ich kann allerdings weder Klavier noch Gitarre spielen, deshalb singe ich die Sachen immer in ein Diktiergerät. Das bekommt dann mein Mitstreiter Ali, der die Platte produziert und die Songs arrangiert hat. Der muss aus den schrecklich klingenden Kassetten gut klingende Songs machen. (lacht) Es gibt einen Song der heißt "Kauf kein Brot bei beleidigten Bäckerfrauen". Da war es tatsächlich so, dass ich in einer Bäckerei mit zwei Verkäuferinnen stand. Die eine war Portugiesin, charmant, lustig drauf, lachte viel und vor ihr stand eine lange Schlange. Ihre Kollegin war so eine missmutige, schlecht gelaunte. Ich musste für ein großes Treffen mit vielen Leuten eine Menge Brötchen kaufen. Ich dachte, wenn ich jetzt bei der die Brötchen bestelle, packt die mir ihren ganzen Frust mit in die Tüte. Und ich nehme die schlechte Laune mit den Brötchen nachhause. (lacht) Wie ich so da stand habe ich über meinen eigenen Aberglauben nachgedacht und mich gefragt, ob ich noch ganz dicht bin. Dann dachte ich, ein Titel wie "Kauf kein Brot bei beleidigten Bäckerfrauen" ist trotzdem geil. Du hast auch eine Nummer auf dem Album, da geht es um Moses P. Würdest du wirklich gern mal für ihn rappen wollen? Henni: Die Geschichte dahinter ist die: Mein Pro-
Leider durften wir nicht das komplette Interview übernehmen, aber ihr könnt es jederzeit online auf der Seite von Mucisian's Life ganz nachlesen. musicianslife.de - Claudia Hötzendorfer - 10.09.2006 |