Unsere Zeitung hat "Comedy-Papa" Gerd Knebel zum Spaß-Nachwuchs befragt.

Was hat Sie dazu bewogen, junge Komiker zu fördern?

Gerd: Es ist nicht einfach für einen Newcomer in der Comedy-Szene. Viele tun sich schwer damit, Vorstellungen von noch eher unbekannten Künstlern zu besuchen. Ich versuche daher, mit meinem Namen ein bisschen Zugpferd zu spielen und den einen oder anderen Besucher anzulocken.

Was ist an den drei Komikern das Besondere?

Gerd: So was lässt sich immer schwer sagen, da Geschmäcker ja bekanntlich sehr verschieden sind. Aber auf jeden Fall haben alle drei ganz unterschied-
liche Themen, mit denen sie sich auseinandersetzen. Emil Ferrari zum Beispiel berichtet über seinen Schul-
alltag und das Leben eines Jugendlichen, während sich Alicja Heldt mit der Betrachtung von Männern und deren Verhalten beschäftigt. Beim Ulbstmichel kann es dann sogar mal in die poetische Richtung gehen. Es dürfte also für fast jeden Geschmack etwas dabei sein.

Warum sind so wenige Frauen in der Szene vertreten?

Gerd: Da diskutieren wir sehr oft drüber, aber so wirklich sagen kann ich es auch nicht. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Typen in dieser Beziehung selbstbewusster und wesentlich unkritischer mit sich selbst sind als Frauen. Was natürlich nicht bedeuten muss, dass sie auch besser sind. In meinem Bekanntenkreis gibt es einige Frauen, die ich gerne direkt auf die Bühne schicken würde, weil sie wirklich lustig sind. Mit Alicja Heldt haben wir ja jetzt aber auch mal wieder eine Frau mit dabei. Das war uns auch wirklich wichtig, dass es eben nicht wieder nur Männer sind.

Welche Rolle spielen Sie selbst bei der Show?

Gerd: Ich werde das Ganze moderieren und selbst auch das eine oder andere zu der Show beitragen. Aber hauptsächlich geht es natürlich um unsere Newcomer. Wer mich sehen will, muss mein Soloprogramm besuchen.

Warum sollten die Leute das Programm der Drei besuchen?

Gerd: Die Leute sollen einfach mal was Neues ausprobieren, es tut ja nicht weh. Und selbst, wenn einem nicht alle drei Komiker gefallen sollten, entdeckt man trotzdem vielleicht einen, der den Geschmack trifft und dessen Soloprogramm man sich dann auch mal anschauen wird.

Wie geht es jetzt bei Ihnen weiter?

Gerd: Als Teil des Komikerduos Badesalz spiele ich ab nächster Woche wieder ein Programm. Dann gibt es ab Dezember eine Talkshow im Hessischen Rundfunk, die mein Kollege Hendrik Nachtsheim und ich zusammen moderieren werden. Die Show heißt "Comedy-Tower". Wir unterhalten uns dort mit bekannten Comedians und stellen am Ende der Show auch immer wieder einen Newcomer vor. Unsere ersten Gäste werden Bully, Cordula Stratmann und Bülent Ceylan sein. Auch mit meinem Soloprogramm bin ich noch weiterhin unterwegs.


op-online.de - Carolin Henneberg - 06.10.2011