Hallo Henni, dein zweites Album "...dann tanzt die Omma mit George Clooney" erschien am 29. Mai. Dein erstes Album "Es wird Zeiten geben" erinnerte vor allem textlich stark an die Rodgau Monotones. Die Texte handelten von den Banalitäten und Kurio-
sitäten des Alltags. Was erwartet den Hörer bei deinem neuen Album?

Henni: Textlich bin ich mir schon einigermaßen treu geblieben. Ich singe eben gerne über das was mich beschäftigt oder auch einfach nur belustigt. Auf dem neuen Album ist zum Beispiel ein Lied über Spams, weil ich mich täglich geärgert habe, dass ich so viele von diesen Nervdingern in meinem Posteingang hatte! Oder ich hab auch mal meine ganz eigene Betrach-
tungsweise über Nordic Walking zum Ausdruck gebracht. Das sind z.B. die Themen, die mich beschäftigen. Natürlich hab ich wie immer auch ein oder zwei Liebeslieder geschrieben... wenn auch nicht so bierernst. Das ist halt meine Art zu texten. Ich versuche mit den Dingen, die mich beschäftigen, halbwegs locker umzugehen und bemühe mich das auch musikalisch in ein gutes Gewand zu bekommen. Ich lege großen Wert auf Refrains, die man sich gut merken kann oder bei denen man Lust bekommt mitzusingen.

Zur Veröffentlichung gab es auch ein Release-
Konzert mit einigen Gästen im Großen Sendesaal des Hessischen Rundfunks geben. Wer war denn alles dabei?

Henni: Trotz einiger Absagen waren es immer noch mehr als genug wunderbare Gäste. Und Anke Engelke, die ein paar Tage vorher noch angerufen und mir mitgeteilt hat, dass sie leider absagen muss, weil sie einen Werbespot drehen muss, hat mit mir in Köln ein Videoduett aufgenommen. Das hat das Publikum super gefunden, da war fast Stimmung als ob sie live da gewesen wäre! Mit dabei waren jedenfalls Jakob Hansonis, das ist der Gitarrist von Herbert Gröne-
meyer mit dem ich seit vielen Jahren befreundet bin, Wolf Maahn, Philipp Poisel, Willy Astor, natürlich mein Badesalz-Partner Gerd Knebel, ein paar Spieler von Eintracht Frankfurt, zum Teil Klassiker wie Uwe Bindewald und Alexander Schur und... Achtung... Jürgen Grabowski... mit denen wir Herz Rot-Schwarz gestreift“ gesungen haben, und das war für mich eine große Freude! Insgesamt ein unvergessener Abend!

Ihr habt vermutlich vorher auch schon einmal mit den Eintracht-Spielern geprobt...

Henni: Nein, haben wir nicht. Die haben das Stück zu Hause gehört, und am Abend selbst haben wir ein paar Mikros auf die Bühne gestellt und die Spieler dann einen Kreis gebildet. Hat prima geklappt!

Und, wie gut sie als Sänger waren sie?

Henni: Alles Pavarottis!

Wie sind die Songs bei den bisherigen Konzerten angekommen?

Henni: Das klingt vielleicht etwas doof oder eitel, aber die Songs sind bislang überdurchschnittlich gut angekommen. Ich war bei der Premiere im Frankfurter Sinkkasten auch unheimlich gespannt, aber es war dann tatsächlich so, dass einige beim zweiten Refrain schon mitgesungen haben! Die Songs sind alle unheimlich positiv aufgenommen worden, so dass wir also wirklich mit dem Abend und auch den weiteren Konzerten unheimlich zufrieden waren bzw. sind.

Das kann ich voll bestätigen. Ich hab dich sowohl nach dem ersten Album als auch jetzt im Februar im Treffpunkt in Neu-Isenburg Live gesehen. Die Stimmung war bei beiden Konzerten wie ich finde eine ganz spezielle, weil es deine Heimatstadt ist.

Henni: Ja, das ist sehr gut beobachtet, das stimmt.

Sind Auftritte in deiner Heimatstadt ganz besondere Konzerte für dich?

Henni: Ich glaub ein Auftritt ist für einen Künstler immer dann etwas ganz besonderes, wenn er in einer Stadt ist, in der er auch privat oft war, egal ob das jetzt London, Bangladesh oder Neu-Isenburg ist. In Neu-Isenburg ist es bei mir so, dass ich da auf die Bühne komme und dann im Publikum so viele Leute sehe, die ich kenne, dass da fast schon so was wie "Lebensfilme" vor mir ablaufen. Ich erzähl zum Beispiel was von meinem Bruder und viele im Publikum kennen ihn, und die wissen dann natürlich, welche Geschichten wahr und welche Quatsch sind. In
Neu-Isenburg sind das jedenfalls immer sehr autobio-
graphische Abende.

Du sagtest eben, dass die Geschichten, die du bei deinen Konzerten erzählst, teilweise auch erfunden sind. Was mich interessiert ist, ob die Nackt-Fahrrad-Wette wahr ist...

Henni: Ja, die ist wahr. Wenn ich auf der Bühne sage "Ich erzähle euch jetzt eine wahre Geschichte", dann ist das auch wahr. Diesen Zusatz würde ich nicht benutzen, wenn ich schummeln würde oder irgend-
welche Münchhausengeschichten erzählen würde. Oder ich würde es so dick machen, dass man es gleich merkt, dass das nicht stimmen kann. Die Geschichte um das Nackt-Fahrrad-Rennen in
Neu-Isenburg ist eine wahre Geschichte, an die sich alle Beteiligten noch bis an ihr Lebensende erinnern werden.

Live spielst Du auch deine ganz eigene Version von
„I swear“. Wird es den Song auch mal auf einer CD geben?

Henni: Wir haben den Song Live schon mal mitge-
schnitten, denn das funktioniert nur mit der Reaktion der Damen. Das war bei einem großen Auftritt in einem riesigen Zelt in Ober-Roden und wir hatten überlegt, den Song auf das zweite Album zu packen, aber es war dann ein zeitliches Problem, das Stück auch noch zu mischen. Ich denke mal, wenn es noch weitere Tonträger geben wird von meinem Projekt, dann ist „I swear“ auf jeden Fall ein Kandidat, der dabei ist.

Ist ein Live-Album geplant?

Henni: Naja, da muss man mal die Kirche im Dorf lassen. Ich finde zwar, dass die Band extremst dafür prädestiniert ist, ein Live-Album aufzunehmen, weil ich finde, dass es eine überdurchschnittlich gute Band ist. Wir müssen jetzt aber erst mal schauen, was mit dem neuen Album passiert, bevor man über neue Platten nachdenken kann. Wenn das neue Album sich schwer tut und nicht genug absetzt, dann erledigt sich natürlich auch die Frage, ob sich das lohnt ein Live-Album aufzunehmen. Es gibt auch Leute, die mir schon gesagt haben, dass dann meine ganzen erzählten Geschichten mit drauf müssten, aber das finde ich dann auch wieder etwas gefährlich, weil ich nicht glaube, dass man das dann dauernd hören will, wenn man es erst mal in Albumform hat. So gehen die Leute eben aus dem Konzert raus, weil sie sich durch die Mischung aus Musik und Stand-Up gut unterhalten gefühlt haben!

Ich hatte bei der Eingangsfrage ja schon mal die Rodgau Monotones erwähnt. Du warst etwa 12 Jahre einer der beiden Leadsänger der Band. Ist es dir damals schwer gefallen die Monotones zu verlassen?

Henni: Ja, das war unheimlich schwer. Ich hab mich ja auch mit niemand gestritten, es war eben so, dass Badesalz unheimlich viel Arbeit und Zeit beansprucht hat und dann musste ich mich einfach entscheiden. Und ich hab gemerkt, dass mich Badesalz einfach noch mehr gekickt hat! Diese Vielseitigkeit, dass man Sketche schreibt für das Fernsehen, für die Bühne, für die Platte, das fand ich irgendwie gut und dementsprechend habe ich mich für Badesalz entschieden! Aber der Weggang von den Rodgau Monotones war unheimlich schmerzhaft. Das war ein bisschen so, wie wenn man seiner Freundin sagt, dass man sie verlässt und die Reaktion war auch entsprechend. Heute ist das Verhältnis aber sehr, sehr gut, wir haben zum Beispiel gerade am Samstag erst zusammen ein Konzert gegeben und ich bin sehr froh, dass das jetzt wieder so ist . Ich bin gerne mit den Monotones zusammen.


...Leider durften wir nicht das komplette Interview übernehmen, aber ihr könnt es jederzeit auf der Seite von Spotlight of music nachlesen.


spotlight-of-music.com - Wolfram Schenck - 30.05.2009