| Ihr habt euren Film ja mit ein paar lustigen Einfällen, wie zum Beispiel dem Versteigern von zwei kleinen Rollen über Ebay, teilweise finanziert. Und den Rest habt Ihr aus der eigenen Tasche bezahlt? Henni: Wir haben über das letzte halbe Jahr unserer Tour die Gagen einfach komplett in die Filmspardose getan. Gerd: Es geht ja gar nicht anders. Wir mussten den Film ja irgendwie bezahlen. Die Leute haben alle auf Rückstellung gearbeitet in dem Verdacht, dass da irgendwann mal was reinkommt. Und jeder weiß: Sollte das mal ein Millionenerfolg werden, dann bekommt er noch was. Aber eben Schnitt, Unter- bringung, Autos anmieten – das mussten wir alles bezahlen. Aber wir hatten natürlich auch Leute, die verdienten wenig Geld oder gar nichts. Das machen wir selbst ja auch für andere. Und das kommt dann wieder zurück. Für die Animationsfirma „unexpected“, die den Film bearbeitet hat, haben wir auch schon gespielt. Henni: Es gibt einen prämierten Clip von denen um ein Flugzeugrennen, eine Abschlussarbeit an der Filmakademie in Ludwigsburg. Da haben wir uns in die Green Box gesetzt und zwei Piloten dargestellt. Und dieser Film hat "unexpected" zu einer riesigen Karriere verholfen. Die drehen mittlerweile auf der ganzen Welt Werbespots und haben uns eben jetzt bei der Nach- bearbeitung geholfen, indem sie den Film farblich noch mal digital überarbeitet haben. Das alles ist eben Teil des Netzwerks, das sich Gerd und ich die letzten 25 Jahre aufgebaut haben. Wir kennen mittlerweile einfach wahnsinnig viele Leute. Da kommt dann Daniel Acht (Regisseur von "Das Baby mit dem Goldzahn"; Anm. d. Red.) an und sagt: „Klar mache ich die Regie“. So ein Netzwerk hat eben auch viel mit Freundschaften zu tun und so war das einfach eine schöne Stimmung beim Dreh. Gerd: Wir kennen ja auch die andere Arbeitsweise. Bei dem Film „Abbuzze“ haben wir das erlebt. Das ist zwar zum Teil echt gut gelaufen, aber das war Hardcore-Kampf. Da saß man nachts nach den Dreharbeiten noch im Imbiss und musste neue Szenen schreiben, weil jeden Tag der Produzent da war und irgendwas rumgemosert hat. Henni: Und das jetzt war ein komplett angstfreies Projekt. Gerd: Ob das nämlich beim Fernsehen ist oder beim Film: Die haben alle Schiss. Die Redakteure denken immer, das Publikum würde irgendwas nicht verstehen. Die halten das Publikum für so blöd… Ich bin ja ein großer Fan von britischer Comedy. Und wenn Du siehst, was die BBC da produziert: Die sind uns 50 Jahre voraus. Das würde hier nie jemand machen. Würdet Ihr ein Projekt wie „Das Baby mit dem Goldzahn“ noch mal starten? Gerd: Also im Moment kann man sich so ein Projekt finanziell schwer leisten. Sowas wird immer teurer als geplant. Da denkst Du, Du hast den Film abgeschlos- sen und dann kommen eben doch noch mal 5.000 Euro dazu. Vielleicht, wenn man so eine Art Kammer- spiel mit nur drei Räumen wie bei „Der Totmacher“ hätte. Das könnte ich mir vorstellen. Da käme man vielleicht mit 20.000 Euro hin. Henni: Das Prinzip an sich ist natürlich befreiend. Dass man morgens hinkommt und keinen Produzenten hat, der da schon mit dem Taschenrechner steht oder meint, dass er schon wieder alles besser weiß – das war schon gut. Wir sind uns deshalb einig, dass wir, wenn wir noch mal etwas drehen wollen, das so autonom wie möglich machen. Leider durften wir nicht das komplette Interview übernehmen, aber ihr könnt es jederzeit auf der Seite von T-Online nachlesen. t-online.de - 01.10.2009 |