| Das bevorstehende Rhein-Main-Derby zwischen Eintracht Frankfurt und Mainz 05 elektrisiert die ganze Region. Auch die beiden Comedians Sven Hieronymus und Henni Nachtsheim (von Badesalz) haben sich Gedanken gemacht, warum gerade ihr Team den Sieg davon tragen wird. Sven Hieronymus für den FSV Mainz 05 1. Wir haben nur ein Tier im Team, nämlich einen Fuchs. Die haben zwei. Einen Ochs und ein Rössl. 2. Wir sind Zweiter und brauchen die Punkte für die Champions League. Die fallen im Niemandsland der Tabelle herum und wissen nicht mal, wie man Champions League schreibt. 3. Die haben vier Tore weniger geschossen als wir, dafür aber fünf mehr kassiert. 4. Bei denen spielen mehr Griechen mit als es bei uns griechische Restaurants gibt. 5. Wir müssen leider gewinnen, denn unentschieden können wir nicht. 6. Die haben gegen Leverkusen, Hoffenheim und Bayern verloren. Solche Spiele gewinnt man einfach ohne große Worte zu machen und lässt sich nicht zweimal aus der Halle schießen. 7. Wir haben die letzten beiden Spiele gewonnen, die haben die Hütte voll bekommen. Belassen wir es einfach dabei. 8. Unser Stadion ist klein, völlig verbaut, gehört aber uns. Die spielen in der Commerzbank Arena. Die Commerzbank gehört ja mittlerweile uns allen. 9. Wir haben noch nie in der Ersten Liga gegen Frankfurt gewonnen. Jetzt ist es einfach mal so weit, denn wir haben in dieser Saison bisher alle geschlagen, gegen die wir noch nie gewonnen hatten. Jetzt sind sie einfach auch fällig. 10. Wir haben Innenverteidiger mit Herz. Spieler wie das Nikolsche oder unsern Nico, die uns seit Jahren treu bleiben, weil es bei uns so schön ist. Innen- verteidiger, die einfach kompetent, intelligent und nett sind und dazu auch noch gut kicken können. Die Eintracht hat Maik Franz. 11. Remember 25.05.2003. Da ist noch eine Rechnung offen. Der damalige Gegner der Eintracht, der SSV Reutlingen, ist mittlerweile verdientermaßen bis in die Oberliga durchgereicht worden. Quo vadis Eintracht Frankfurt? 12. Es ist mir eigentlich völlig schnuppe, warum wir gegen die Frankfurter Eintracht gewinnen, Hauptsache wir gewinnen und es wird deutlich, dass Henni keine Ahnung von Fußball hat. Ich hab zwar auch keine, aber das ist am Samstag auch nicht entscheidend. Ich will einfach nur gewinnen und sonst nichts. Nicht, weil es die Eintracht ist, obwohl… eigentlich schon. Und überhaupt und sowieso. Ich will einfach gewinnen und sonst nichts. Was machen Sie da? Bleiben Sie mit dieser Jacke weg… Henni Nachtsheim für Eintracht Frankfurt Dass uns die Paarung am Samstag jedes Mal aufs Neue elektrisiert, schieben wir natürlich vor allem auf den Derbycharakter dieser Paarung. Was definitiv falsch ist. Denn der Konflikt zwischen Frankfurt und Mainz ist älter als der Fußball selbst, und begann bereits im Jahr 424! Zu dieser Zeit gab es weit und breit lediglich zwei Bauernhöfe, einen auf hessischer, den anderen auf rheinhessischer Seite. Deren Betreiber ernährten ihre Familien und sich ausschließ- lich durch den Anbau von Handkäs, denn Handkäs- pflanzen waren das Einzige, was in dieser Zeit aufgrund der ungünstigen Bodenbeschaffung wuchs. Aber auch das nur an wenigen, geeigneten Stellen, sodass es zwischen den beiden Bauern zu einem regelrechten Krieg um die wenigen Anbaugebiete kam. Der hessische Bauer war jedoch der flinkere der beiden, fand deshalb als Erster die besten Plätze, und schon bald wuchs dort prachtvoller Handkäs! Groß, würzig und umrankt von schön anzuschauenden rotschwarzen Blättern! Das passte dem rheinhessischen Bauern natürlich nicht. Also zog er sich eine schiffsförmige Kappe auf und einen glitzernden Anzug an, und gab sich auf dem Hof seines Kontrahenten als lustiger Prinz aus, der um die Hand der hübschen Tochter anhalten wolle. Was den Vater freute, denn die Auswahl an Prinzen war in dieser Zeit nicht gerade üppig. Doch schon kurz drauf erhielt der Getäuschte ein Erpresserschreiben des falschen Edelmannes, in dem er ihn zwang, ihm sämtliche Handkäsanbaugebiete zu überlassen, ansonsten würde er die Tochter als Funkenmariechen in die Mongolei verscherbeln. Außerdem müsse er dafür sorgen, dass die Pflanzen ab sofort rotweiß wachsen! Der besorgte Vater willigte ein, was dem anderen ein zu frühes Siegesgefühl gab. Denn kaum hatte er kurz drauf die Überschreibungsurkunde mit lautem „Helau!“ an sich gerissen, und das Mädchen in die Arme ihres Vaters entlassen, fiel er in eine verdeckte Grube, die bis oben hin mit grüner Soße gefüllt war. Und als er dieser unter größter Anstrengung gerade entkommen war, wurde er mit alten Rippchenteilen beworfen, die dank der Soße fest am Körper kleben blieben. So wurde an diesem Tag das Teeren und Federn erfunden...wenn auch mit anderen Mitteln! Und noch heute erzählt man sich in Hessen lachend die Geschichte, wie der erste Frankfurter dem ersten Mainzer gezeigt hatte, wer damals mehr drauf hatte... Ja, und weil das schon immer so war, gewinnt am Samstag die Eintracht! wiesbadener-tagblatt.de - 03.12.2010 |